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Lichtverschmutzung
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Was ist denn
Lichtverschmutzung? Luftverschmutzung, das kennt jeder. Doch unter
Lichtverschmutzung kann sich kaum einer etwas vorstellen. Für
Astronomen ist dies allerdings das größte Problem. |
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Unter diesem Thema
versteht man das unnötige Abstrahlen von Licht in den Himmel.
Angestrahlte Kirchen, Denkmäler und sonstiger Unfug hellen den nächtlichen
Himmel stark auf. Auch Gartenzwerge, die wohl am wenigsten Licht
brauchen, werden mit großen Flutern beleuchtet. Hinzu kommen
industrielle Aerosole, kleine Staubpartikel. Diese, in der Luft
schwebenden Teilchen, reflektieren das Licht und verstärken die
Aufhellung des Himmels. Foto 1 zeigt eine Aufnahme vom Gornergrat
in der Schweiz. Deutlich ist ein Aufhellung am Horizont zu sehen.
Diese Aufhellung entsteht durch die Lichter Mailands, welche noch
rund 150 Kilometer Luftlinie entfernt sind! Foto 2 zeigt eine
Aufnahme Richtung Norden. Deutlich ist Zermatt und das Mattertal
mit Täsch auszumachen. Ebenfalls fällt die Helligkeit am
Horizont auf.
Foto 3 zeigt eine Nachtaufnahme Europas aus dem Weltall. Deutlich
sind die Ballungsgebiete zu sehen und vereinzelt schwarze, dunkle
Gebiete, die einen besseren Blick zu den Sternen bieten. Dagegen
zeigt Foto 4 eine Nachtaufnahme von Afrika. Deutlich ist der
Unterschied zu Europa zu sehen! Nur noch wenige Gebiete in Europa
gelten für Astronomen als Mekka, um einen dunklen Sternenhimmel
genießen zu können. |
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Foto 1: Lichtkegel von
Mailand |
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Foto 2: Lichter von
Zermatt und Täsch |
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| Foto 3:
Nachtaufnahme von Europa |
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Foto 4: Nachtaufnahme von
Afrika |
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Die Fotos 5 und 6
zeigen ein und das selbe Sternbild (markiert durch die aufblinkenden
Sternfeldlinien). Foto 5 wurde unter den selben technischen
Voraussetzungen gemacht wie Foto 6. Allerdings ist Foto 6 auf La
Palma entstanden. Deutlich ist hier das Ausmaß der Katastrophe zu
erkennen. Foto 5 zeigt kaum Sterne, keinerlei Milchstrasse, nur eine
grüne Himmelssuppe. Dagegen ist auf Foto 6 ein Sternenmeer, rote
Wasserstoffwolken, dunkle Milchstraßenwolken und vieles mehr
erkennbar. Auf all das verzichten wir wegen den "süßen"
Gartenzwergen? |
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| Foto 5:
Sternenhimmel am Niederrhein |
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Foto 6: Sternenhimmel auf
den Kanaren |
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Aus einem Artikel aus
INTERSTELLARUM (August 02) möchte
ich gerne eine Karte aufgreifen. Das Bild links zeigt die Helligkeit
des Nachthimmels auf Meereshöhe. Rechts ist eine
Ausschnittsvergrößerung vom "zentralen" Teil Europas zu
sehen. Die Karte zeigt demnach das Ausmaß der Lichtverschmutzung.
 
Wobei begünstigende Faktoren wie Höhenlagen keine Berücksichtigung
finden. Die Bilder geben also nicht die tatsächliche Himmelsqualität
wieder, sondern das an einem bestimmten Ort abgestrahlte Licht. Es
handelt sich nicht um eine Satellitenaufnahme, sondern um eine
bearbeitete Kartendar- stellung. Die Farben geben das Verhältnis
zwischen der künstlichen (KH) und der natürlichen Himmels-
helligkeit (NH) an:
schwarz KH/NH
< 0,01
dunkelgrau KH/NH
0,01 - 0,11
blau KH/NH
0,11 - 0,33
grün KH/NH
0,33 - 1,00
gelb KH/NH
1,00 - 3,00
orange KH/NH
3,00 - 9,00
rot KH/NH
9,00 - 27
weiss KH/NH
> 27
Ein roter Fleck bedeutet also, dass der Himmel hier zum bis zu
27fachen des natürlichen Wertes aufgehellt ist!
Quelle der unteren beiden Bilder
und Inhalt des unteren Textes: Interstellarum 23, Ronald Stoyan, www.oculum.de |
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