Gornergratbahn und Kulm-Hotel


Sonnenaufgang


Dämmerung am Matterhorn (4478m)


Sonnenaufgang am Matterhorn (4478m)


Bergparade

 

Leoniden 1999 auf dem Gornergrat
Erschienen im ASTROKURIER 01/2000

von Michael Kunze, Moers

Viele werden ihn schon kennen! Den Gornergrat in den Schweizer Alpen. 3150m über dem Meersspiegel, mitten in einer wunderbaren Gebirgs- und Gletscherlandschaft. Umgeben von den 21 höchsten Bergen der Alpen, den 4000ern des Wallis.Und mittendrin das majestätische Matterhorn (4478m) und der Monte Rosa mit seinen stolzen 4648m.

Mittlerweile hat sich die Astronomische Arbeitsgemeinschaft Gornergrat (AAG) aus den eingefleischten Gornergratbeobachtern gebildet. Es wurden Teleskopsäulen errichtet, die man sogar mit schweren Montierungen für einen Urlaub mieten kann. Wer über die AAG ein Zimmer im Kulm-Hotel bucht, bekommt sogar einige Prozente. Meiner Meinung nach eine sehr gute Idee.

Anlässlich des vorhergesagten Leonidensturm im November 1999 sind etwa 25 Amateurastronomen aus ganz Deutland angereist. Schon am Samstag den 13.11.99 fanden sich einige Astronomen auf dem Beobachtungsplateau ein. Im Vorfeld wurde der fantastische Himmel für die Astrofotografie und Beobachtung genutzt.

Ich bin dieses Mal mit dem Zug nach Zermatt gefahren. Im Liegewagen konnte ich mich gut erholen und so war die Zugfahrt sehr angenehm. Im Schweizerischen Spiez biegt die Bahn Richtung Kandersteg im Berner Oberland ab. Der Zug schlängelt sich Stück für Stück den Berg hinauf, bis er durch den Lötschbergtunnel bis ins Rhonetal nach Brig gelangt. Ein wunderbares Erlebnis.

Im Gepäck hatte ich meinen neuen Vixen R 200 SS, ein 8 Zoll Newton, auf einer GP-Montierung und diverse Kameras.

Das Wetter war im Vorfeld durchwachsen, jedoch Nachts oft klar. Manchmal zog der Himmel innerhalb von 5 Minuten zu. Einige wollten schon die Geräte abbauen, doch innerhalb von 10 Minuten wurde es wieder sternenklar. Ein Problem stellte die hohe Luftfeuchtigkeit dar. Schnell setzte sich eine recht enorme Eisschicht auf die Fernrohre nieder.

In der Nacht vom 17. auf den 18. November sollten die Leoniden mit einer großen Stundenfallrate vom Himmel fallen. Der gesamte 17. November war Wolkenverhangen. Doch es bestand noch etwas Hoffnung. Gegen Abend lichtete sich der Nebelschleier ein wenig und die Sonne schien ein wenig durch. Doch so ganz zufriedenstellend war es nicht. Beim Abendessen schien hier und da der Mond durch kleine Lücken hindurch. Gegen 21:30 Uhr war der Himmel wolkenlos. Viele legten sich noch mal ins Bett. Doch um 1 Uhr waren wieder die gleichen hochnebelartigen Wolken da. Doch so leicht haben wir uns nicht erschüttern lassen. Es waren immer zwischen 20 – 30 % des Himmels frei. Um ca. 1:30 Uhr konnte der erste Meteor gesichtet werden. Schnell wurden die anderen aus den Federn geholt. Nach und nach wuchs die stündliche Fallrate. Hier und da mal einige helle Boliden, ansonsten waren in der Mittelklasse angeordnet. Gegen 3:04 Uhr erreichte der Leonidensturm merklich den Höhepunkt. 3 – 4 Meteore gleichzeitig, alle aus dem Löwen herausfliegend. Ab und an mal ein Quergänger, der nicht zu den Leoniden gehörte. 3 mal wurde es fast Taghell. Ein Bolide explodierte hinter den Wolken, so das die eigentliche Leuchtspur nicht gesehen werden konnte. Nach und nach nahm die Anzahl der Sternschnuppen ab und gegen 5 Uhr hat es sich nicht mehr gelohnt. So war das Beobachtungsplateau wieder leer und alle lagen zufrieden in Ihren Betten. Die nächsten Tage wurden aufgrund des schlechten Wetters zur Abreise genutzt. Das Wallis konnten wir vor Einbruch eines kleinen Schneechaos verlassen und so war diese wunderschöne Gornergratwoche wieder vorbei.


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