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Mittlerweile
hat sich die Astronomische Arbeitsgemeinschaft Gornergrat (AAG)
aus den eingefleischten Gornergratbeobachtern gebildet. Es wurden
Teleskopsäulen errichtet, die man sogar mit schweren Montierungen
für einen Urlaub mieten kann. Wer über die AAG ein Zimmer im
Kulm-Hotel bucht, bekommt sogar einige Prozente. Meiner Meinung
nach eine sehr gute Idee.
Anlässlich
des vorhergesagten Leonidensturm im November 1999 sind etwa 25
Amateurastronomen aus ganz Deutland angereist. Schon am Samstag
den 13.11.99 fanden sich einige Astronomen auf dem
Beobachtungsplateau ein. Im Vorfeld wurde der fantastische Himmel
für die Astrofotografie und Beobachtung genutzt.
Ich
bin dieses Mal mit dem Zug nach Zermatt gefahren. Im Liegewagen
konnte ich mich gut erholen und so war die Zugfahrt sehr angenehm.
Im Schweizerischen Spiez biegt die Bahn Richtung Kandersteg im
Berner Oberland ab. Der Zug schlängelt sich Stück für Stück
den Berg hinauf, bis er durch den Lötschbergtunnel bis ins
Rhonetal nach Brig gelangt. Ein wunderbares Erlebnis.
Im
Gepäck hatte ich meinen neuen Vixen R 200 SS, ein 8 Zoll Newton,
auf einer GP-Montierung und diverse Kameras.
Das
Wetter war im Vorfeld durchwachsen, jedoch Nachts oft klar.
Manchmal zog der Himmel innerhalb von 5 Minuten zu. Einige wollten
schon die Geräte abbauen, doch innerhalb von 10 Minuten wurde es
wieder sternenklar. Ein Problem stellte die hohe Luftfeuchtigkeit
dar. Schnell setzte sich eine recht enorme Eisschicht auf die
Fernrohre nieder.
In
der Nacht vom 17. auf den 18. November sollten die Leoniden mit
einer großen Stundenfallrate vom Himmel fallen. Der gesamte 17.
November war Wolkenverhangen. Doch es bestand noch etwas Hoffnung.
Gegen Abend lichtete sich der Nebelschleier ein wenig und die
Sonne schien ein wenig durch. Doch so ganz zufriedenstellend war
es nicht. Beim Abendessen schien hier und da der Mond durch kleine
Lücken hindurch. Gegen 21:30 Uhr war der Himmel wolkenlos. Viele
legten sich noch mal ins Bett. Doch um 1 Uhr waren wieder die
gleichen hochnebelartigen Wolken da. Doch so leicht haben wir uns
nicht erschüttern lassen. Es waren immer zwischen 20 – 30 % des
Himmels frei. Um ca. 1:30 Uhr konnte der erste Meteor gesichtet
werden. Schnell wurden die anderen aus den Federn geholt. Nach und
nach wuchs die stündliche Fallrate. Hier und da mal einige helle
Boliden, ansonsten waren in der Mittelklasse angeordnet. Gegen
3:04 Uhr erreichte der Leonidensturm merklich den Höhepunkt. 3
– 4 Meteore gleichzeitig, alle aus dem Löwen herausfliegend. Ab
und an mal ein Quergänger, der nicht zu den Leoniden gehörte. 3
mal wurde es fast Taghell. Ein Bolide explodierte hinter den
Wolken, so das die eigentliche Leuchtspur nicht gesehen werden
konnte. Nach und nach nahm die Anzahl der Sternschnuppen ab und
gegen 5 Uhr hat es sich nicht mehr gelohnt. So war das
Beobachtungsplateau wieder leer und alle lagen zufrieden in Ihren
Betten. Die nächsten Tage wurden aufgrund des schlechten Wetters
zur Abreise genutzt. Das Wallis konnten wir vor Einbruch eines
kleinen Schneechaos verlassen und so war diese wunderschöne
Gornergratwoche wieder vorbei. |