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die heiße Sonne mögen. Dort ist es häufig durch den aus Norden eintreffenden Passatwind wolkig und es regnet ab und zu. Im “Landesinneren” gibt es viele kleine Finkas für einen ruhigen Erholungsurlaub. Für Leute die viel Trubel um sich herum haben wollen, ist der Süden optimal. Die Touristenhochburgen Los Cristianos und Playa de las Americas bieten schon einiges auf diesem Gebiet. Wir haben uns für letzteres Gebiet entschieden und konnten von dort aus recht bequem zu unseren Beobachtungsstandorten in den Canadas del Teide fahren. Die Canadas gehören zum Parque Nacional del Teide und ist wohl die beeindruckendste Landschaft auf dieser Insel. Wie eine Suppenschüssel wirkt das ringsum stehende Ringgebirge. Braune, rote, weiße und grüne Gesteinsformen machen neben dem gigantisch wirkenden Teide, mit 3718m der höchste Berg Spaniens, diese Landschaft einzigartig. Allein die Fahrt in dieses Gebiet ist zu empfehlen. Es ergeben sich wunderbare Blicke auf die Nachbarinseln Gran Canaria, Gomera, El Hierro und La Palma. Kommt man vom Süden über Villaflor, dem höchsten Dorf der Welt, fährt man an der größten Pinie, El Pino Gordo, vorbei. Ein Zwischenstop lohnt sich auf jeden Fall. Der Sternenhimmel und die absolute Stille macht das Beobachten in dieser Landschaft zum Erlebnis. Man sollte sich vorm wegfahren aber nicht von Wolken beirren lassen. Die Wolken hängen meist auf 1200 - 1400m. Man fährt irgendwann durch dichten Nebel und steht nach wenigen Minuten über den Wolken.
Aber nicht nur Amateurastronomen nutzen diesen dunklen und sehr klaren Himmel. Auf Teneriffa sind daher mehrere Sonnenturmteleskope installiert worden. La Palma verfügt sogar über einen noch besseren Himmel und dort steht eine der mit bedeutendsten Sternwarten der Welt. Schon im Vorfeld haben wir von zu Hause per eMail Kontakt mit den richtigen Personen der Sternwarten aufgenommen. So konnten wir über das Kiepenheuer-Institut in Freiburg in das 60cm Vakuum-Turm-Teleskop (VTT) und in das 45cm Vakuum-Gregory-Teleskop (VGT). Beide sind auf Teneriffa auf dem Gelände des Instituto de Astrofisica de Canarias (IAC) installiert. Dieses Gelände steht auf der 2385m hohen Erhebung Izana.
Das VTT ist in einem 54m hohen Turm installiert. Da das optische System senkrecht fest im Turm eingebaut ist, wird das Licht der Sonne über zwei Spiegel in den Turm gespiegelt und durchläuft dann viele unterschiedliche Meßstationen. Im Erdgeschoss ist der Kontrollraum, wo alle Daten zusammengetragen werden. Ein Forschungsgebiet sind die Magnetfeldlinien der Sonnenflecken.
Das VGT ist gegenüber dem VTT nicht fest im Turm installiert, sondern es hat eine azimutale Montierung. Es ist ein Linsenteleskop mit 45cm Durchmesser.
Von Teneriffa kann man sehr bequem per Flugzeug zur Nachbarinsel La Palma fliegen. Für 12000 Peseten (ca. 150 DM) fliegt 8 mal am Tag eine Propellermaschine in 30 Minuten nach La Palma. Dort kann man sich dann am Flughafen ein Auto mieten und die Insel von dort aus erkunden. Wir waren um 8:00 Uhr auf La Palma und um 11:00 Uhr hatten wir einen Termin am Observatorium. Die Auffahrt von Osten zum Rogue de los Muchachos dauert bei reiner Fahrzeit ca. 1 ½ Stunden. Doch es gibt viele Aussichtspunkte die man nicht auslassen sollte. Mit 3 Stunden sollte man also rechnen, bis man den höchsten Punkt (2426m) der Insel erreicht
Die Observatorien werden von mehreren Ländern finanziert und betrieben. Die größte Teleskopgruppe, bei welcher die Länder England, Niederlande und Irland beteiligt sind, ist die Isaac-Newton Group of Telescopes (ING). Dazu gehört das 1m Jacobus-Katetyn Teleskop, das 2,5m Isaac-Newton Teleskop und das 4,2m William-Herschel Teleskop. An diesen Teleskopen werden in erster Linie Kometen, andere Galaxien, Sternensysteme und die Kosmologie erforscht und beobachtet.
Außerem ist auf dem Gelände die Kuppel des 2,54m Nordic-Optical Teleskopes (NOT) und die silberne Kuppel des italienischen 3,6m Galileo Teleskopes zu sehen.
Doch auch Amateurastronomen kommen auf ihre Kosten. Auf La Palma bietet die Umgebung rund um den Rogue de los Muchachos gute Beobachtungsplätze. Auf Teneriffa findet man zum Beobachten in den Canadas die besten Plätze. Doch auch neben den Sternwarten oder weiter im Osten sind wunderbare Plätze zu finden. Wir hatten als Ausrüstung eine GP-Montierung mit einem 4”Schmidt-Cassegrain-Teleskop und eine SP-DX Montierung dabei. Beide waren mit diversen Kameras bestückt.
Doch beide Inseln sind nicht nur astronomisch lohnenswert. La Palma und Teneriffa hat geologisch sowie botanisch einiges zu bieten und man sollte sich auf jeden Fall für alles Zeit nehmen. Zum Standartprogramm gehört auch eine Bootsfahrt zu Delfinen. |